Beiträge von city_lion

    Sehe das wie meine Vorredner. Der Akku sollte groß genug sein, dass man seine alltäglichen Strecken bequem schaffen kann. Z.B. fahre ich öfters im Jahr die Strecke Stuttgart Frankfurt, das schaffe ich mit meinem heutigen Cupra Born 60 kwh locker. Früher mit einem eUp war diese Strecke mind. ein Ladestopp nötig, wenn man nicht hinterm LKW fahren möchte - das war schon lästig. Noch größerer Akku würde aber nix bringen - weil z.B. Stuttgart Köln (was ich auch so ein zweimal im Jahr fahre) nonstop fahren zu können wird schon wieder anstrengend - da nimmt man einen Ladestopp dagegen schon gerne als wilkommene Pause wahr - zumindest ab einem gewissen mittleren Alter. Wegen den vielleicht 12 Strecken im Jahr jeweils einen Ladestopp einzusparen muss man die 5.000 Euro Aufpreis schon "übrig" haben. Wenn man sich unsicher ist, empfehle ich wirklich mal ausprobieren - ich bin z.B. vor meinem ersten E-Auto wirklich verschiedene Autos von Nextmove extra auf Langstrecke gefahren - um zu sehen ob das was für mich ist. Es ist nicht jedermanns Sache den Akku regelmäßig auf unter 10% leer zu fahren - wenn dann schon das Lenkrad zittert und es der Geldbeutel es her gibt, kann man sich natürlich auch deswegen mehr Akku leisten, wenn man dadurch entspannter fährt.


    Auch wenn ich jetzt Wochenendpendler wäre und jede Woche zweimal damit eine Strecke ohne Ladestopp fahren könnte, auch ohne vorher vielleicht jedesmal die Ladung auf 100% eingeplant zu haben, dann kann es Sinn machen. Genauso wenn man natürlich jeden Tag 2x60km Arbeitsweg hat und nicht zuhause oder auf Arbeit sicher laden kann, weil man so doch mehr Tage überbrücken kann.


    Für 90% aller Nutzer dürfte der 60er groß genug und vernünftig sein. Aber Autokauf ist keine Vernunftentscheidung - ich kann jeden verstehen der aus "guten Gefühl" sich den größtmöglichen Akku kauft genauso wie viele, die sich für 5000 Euro Designer-Felgen und Sportreifen aufziehen lassen.

    Ich fahre jetzt seit fünf Jahren verschiedene E-Autos und lade nur öffentlich. Was man sich als E-Auto Fahrer, vermutlich auch wenn man eine Wallbox hat, schnell angewöhnt ist dann zu laden "wenn es gerade in den Kram" passt, man wartet damit nicht bis er komplett leer ist. Laut Ladesäulenbetreibern beträgt der Schnitt der geladenen Energie pro Ladevorgang nicht mal 20kwh. Selbst mit einem 79kwh Akku wirst du selten >4h AC laden müssen. Mit 44kwh kommt man sehr weit - mir reicht das schon über die Woche. Bei mir ergibt sich so ein Laden meist vor einem WE-Ausflug und nach dem WE-Ausflug - für den Alltag reicht es dann unter der Woche ganz ohne Laden.


    Thema Blockiergebühr: Fast alle Säulenbetreiber verlangen nachts keine Blockiergebühr mehr - das abends Abstellen und bis morgens voll machen ist also meist möglich. In Parkhäusern wird häufig auch keine Blockiergebühr verlangt. Meist gilt das nur für den Tarif beim Säulen-Anbieter selbst - ist bei AC im eigenen Ort eh naheliegende sich mal beim Betreiber zu erkunden, was es kostet. Das ist meist attraktiver als irgendwelche Roaming-Ladekarten (lokale Ausnahmen bestätigen die Regel). Man wird öfters dort laden. Tagsüber macht die Blockiergebühr irgendwie einen Sinn - denn eine ständig zugeparkte Ladesäule bringt mir auch nix.


    Thema DC-Laden. Keine Sorge - das ist Geschwätz von gestern, wer heute noch behauptet das würde die Alterung der Batterie befördern hat keine Ahnung - das ist eine Weisheit aus einer Zeit als Akkus keinerlei Temperaturmanagement hatten. Wenn die DC-Säule für dich die Ladesäule ist - wo es dir gerade "in den Kram passt" - lade dort. Mach dir keine Gedanken.


    Wichtiger bzgl. Alterung ist eher, wie hoch der Ladestand ist während das Auto nur rumsteht. Wenn es nach dem Laden länger parkt, lade ich nur auf 80% - aber vor Langstrecken regelmäßig dennoch auf 100%, aber nicht immer, je nachdem wie mir das Laden halt in den Kram passt. Man kann auch mal mit 80%, 60% SOC auf Langstrecke los fahren. Damit kommt man bei den heutigen Akkugrößen auch schon weit über 100km. Damit kann man locker, je nach Tageszeit, dann halt nach ein oder zwei Stunden ein Frühstück oder anderes Essen während des ersten Ladestopp einplanen anstatt die Zeit vorher am eigenen Esstisch rumzuschlagen und erst später los zu fahren. Aus meiner Sicht verliert man deswegen keine Zeit - man spart sich sogar den Dreck und die Arbeit in der eigenen Küche.