Beiträge von Burkhard63

    Einfach erklärt:

    Je höher die Zellspannung, desto geringer der für die gleiche Leistung erforderliche Strom. Das heißt: Bei Kälte kann man durch Erhöhen des Ladezustands von 80 % (ca. 3,9 V) auf 90 % (ca. 4,1 V) den benötigten Strom bei gleicher Leistung senken. Weniger Strom bedeutet weniger Belastung für die Zellen und reduziert die Gefahr von Schäden wie Lithium-Plating oder übermäßigem Spannungsabfall.

    Die Batteriesteuerung (BMS) berücksichtigt dabei selbstverständlich auch Fahrdaten wie zurückgelegte Kilometer, Geschwindigkeit, Fahrzeit und Verbrauch. Anhand dieser Durchschnittswerte optimiert die Elektronik die Strom- und Spannungsverteilung, um die Zellen zu schonen und die Batteriealterung zu minimieren.

    Zum lagern würde ich mich selber eher an die Regel halten, 60% Ladung und wenn ich ihn dann wieder brauche eben die Ladung erhöhen.

    Also ... nach welchen Kriterien stellt sich das denn nu um ?!?

    Moin, es gibt keine festen Kriterien. Das System entscheidet, wobei wir natürlich 2 Akku Typen haben.

    Was unterschiedlich ist

    • LG vs. CATL haben:

      • andere Zellchemie

      • anderes Temperatur- und Alterungsmodell

    • Dadurch entscheidet das BMS je nach Akku unterschiedlich oft,

      ob das Ladeziel intern angepasst werden muss.

    aber das eine höhere Ladung bei bei Kälte schonender für den Akku sein soll? Ich weiß nicht....

    Genau. Es geht hier um relative, nicht absolute Werte.

    Wenn man sagt „hochsetzen auf 90 %“, bedeutet das nicht, dass 90 % automatisch unbedenklich oder gesund sind. Es ist nur ein Vergleich: unter den gegebenen Bedingungen ist 90 % besser als 80 %, also weniger schädlich. Der absolute Schaden kann weiterhin hoch sein, nur im Verhältnis ist er reduziert.

    Man könnte es so sehen: Du hast zwei Szenarien mit Risiko:

    • Szenario A: 80 % – hoher Schaden

    • Szenario B: 90 % – Schaden etwas geringer

    Die 90 % sind also kein grünes Licht, sondern lediglich ein Schritt in die richtige Richtung.

    Ergänzt von mir: Mit Schaden ist Schädigung gemeint und das auf das komplette Akku Leben zu sehen.

    Ich habe mal ein paar Jupps befragt und mir auch die Quellen mit angesehen, es klingt für mich plausibel.

    Kurz und klar:

    1. Ja, das Verhalten ist plausibel.
      Beim Skoda Elroq (MEB-Plattform) wird der Care Mode dynamisch angepasst. 80 % ist der Standard, 90 % wird freigegeben, wenn das System von erhöhtem Alterungsrisiko durch Kälte ausgeht. Das ist kein Bug, sondern Strategie.
    2. Es gibt keine feste Außentemperatur-Schwelle, die öffentlich dokumentiert ist.
      VW/Skoda kommunizieren keinen harten Wert wie „ab −5 °C = 90 %“. Stattdessen läuft das über ein Batteriemodell.
    3. Entscheidend ist nicht die Außentemperatur, sondern die Zelltemperatur.
      Relevant sind:
    • Temperatursensoren im Akku (mehrere, nicht nur einer)
    • Historie: wie lange kalt, wie stark ausgekühlt
    • Ladeverhalten / Standzeit
    • Prognosemodell zur Lithium-Plattierung

    Die Logik ist:

    Zitat
    Kalte Zellen + niedriger SoC = höheres Risiko für Zellschäden → SoC-Fenster wird nach oben verschoben.
    1. Garage vs. draußen: deine Annahme ist richtig.
      Ein Fahrzeug in einer temperierten Garage kann problemlos bei 80 % bleiben, während dasselbe Fahrzeug draußen bei Frost auf 90 % hochgeht.
      Das System interessiert sich nicht primär für den Wetterbericht, sondern für das, was der Akku tatsächlich erlebt.
    2. Warum 90 % und nicht 100 %?
      Weil:
    • 100 % bei Kälte wieder andere Probleme macht
    • 90 % ein Kompromiss ist: genug Puffer nach unten, ohne oben massiv zu altern
    1. Wichtig:
      Das Hochsetzen auf 90 % bedeutet nicht, dass 90 % plötzlich „gesund“ sind.
      Es heißt nur: unter diesen Bedingungen ist 90 % weniger schädlich als 80 %.

    Fazit:

    • Dein Gedankengang ist korrekt.
    • Es gibt keine simple Temperaturschwelle.
    • Zelltemperatur + Modellrechnung entscheiden.
    • Garage kann den Unterschied machen.

    .

    Moin,

    ich dachte mir schon, dass das Thema Netzausbau - Energiewende hier schnell zu Missverständnissen führt 😉

    Es gibt dazu viele Meinungen, aber die Materie dahinter ist deutlich komplexer, als es auf den ersten Blick wirkt.

    Bevor wir uns weiter verzetteln, ziehe ich mich lieber aus der Diskussion zurück – am Ende lenkt es nur vom eigentlichen Thema ab: unserem guten Elroq.

    Zumindest die 100 TWh für den Individualverkehr hatte ich selbst auch mal ausgerechnet. Wir waren in Deutschland aber auch schon mal bei 600 TWh Gesamtverbrauch. Die 100 TWh haben wir in der Zwischenzeit eingespart, weiteres Einsparpotential ist sicher noch vorhanden. Das Netz ist also da. Von daher wäre das zu stemmen, auch die Kapazität. Selbst wenn das Verkaufsverbot für CO2-Emittenten nicht gekippt würde, würden ja 2035 nicht auf einen Schlag 50 Mio E-Autos auf der Straße stehen. Bis 2040 hätten wir mindestens Zeit.

    Problematisch ist eher die Verteilung der erneuerbaren Energien. Aber wenn Bayern auch mal ein paar Windkraftwerke aufstellt - und das geht auch dort wirtschaftlich, sie müssen nur 300 m hoch sein - und die Energiespeicher (technologieoffen) in größerem Umfang installiert sind (Anträge dazu gibt es reichlich) geht das.

    Deine Argumentation, hier der Faktencheck

    Ja, wir hatten in Deutschland um 2007 rund 600 TWh Stromverbrauch. Dieser Verbrauch wurde aber zur Hälfte aus Kohle und zu rund 25–30 % aus Kernenergie gedeckt. Diese gesicherte Leistung existiert heute faktisch nicht mehr. Sie ist weder ersetzt noch kurzfristig ersetzbar.

    Die angeblich „eingesparten“ 100 TWh sind kein frei verfügbares Polster. Der Rückgang des Stromverbrauchs kam vor allem durch Deindustrialisierung, Effizienzgewinne in einzelnen Bereichen und Produktionsverlagerung ins Ausland zustande. Das ist keine nachhaltige Reserve, die man einfach für 50 Mio. E-Autos umwidmen kann. Wo genau siehst du hier weiteres relevantes Einsparpotenzial, ohne Wohlstand, Industrie oder Versorgungssicherheit weiter zu beschädigen?

    „Das Netz ist da“ ist objektiv falsch.

    Wenn das Netz da wäre, würden wir keine Nord-Süd-HGÜ-Trassen bauen, keine Redispatch-Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe verursachen und keine Windräder im Norden abregeln, während im Süden Gaskraftwerke laufen. Netzengpässe sind heute eines der größten systemischen Probleme, nicht ein Randthema.

    Ein paar Windräder in Bayern lösen gar nichts.

    300 m hohe Anlagen sind technisch möglich, ja – aber:

    • Genehmigung, Akzeptanz, Flächen, Netzanbindung, Backup?

    • Wind bleibt volatil, egal wie hoch der Mast ist.

      Ohne gesicherte Leistung und massive Speicher, die es aktuell weder technisch noch wirtschaftlich im benötigten Maßstab gibt, ist das kein tragfähiges System.

    Und die Zeitachse ist ebenfalls Wunschdenken:

    Selbst wenn 2035 kein Verkaufsverbot gekippt wird, heißt das nicht, dass wir bis 2040 entspannt 40–50 Mio. E-Autos integrieren. Ladeinfrastruktur, Verteilnetze, Spitzenlasten und Stromerzeugung wachsen nicht automatisch mit.

    Kurz gesagt:

    • Der Strom ist nicht da

    • Die Netze sind nicht da

    • Die gesicherte Leistung ist nicht da

    • Die Speicher sind nicht da

    Was hier präsentiert wird, ist kein belastbares Energiekonzept, sondern Rechenakrobatik ohne Systemverständnis.

    Und ganz ehrlich:

    Wenn du das alles „mal selbst ausgerechnet“ hast, dann interessiert mich weniger die Zahl als die Annahmen dahinter. Genau da liegt das Problem.

    Raffinerien werden auch ohne flächendeckenden Verbrennerverkehr weiter gebraucht, weil sie nicht nur Kraftstoffe, sondern unverzichtbare Grundstoffe für Chemie, Arzneimittel, Industrie, Asphalt, Schmierstoffe und Kunststoffe liefern.

    Zudem bleiben Luft- und Schifffahrt, Spezialfahrzeuge, Landwirtschaft, Bau- und Notfalltechnik noch lange auf flüssige Energieträger angewiesen, und der heutige Fahrzeugbestand verschwindet nicht 2035.

    Das Tankstellennetz wird sich verändern, aber Raffinerien sind systemrelevante Produktionsanlagen – wer sie für überflüssig hält, ist Leider einem Wunschdenken verfallen.

    Ich selber sehe auch nichts negatives an einer kompletten Energieoffenheit, wie heißt es so schön, " Möge der Bessere gewinnen"Ziel einer sauberen Energiepolitik kann nur sein, möglichst sicher, sauber, nachhaltig und günstig Energie produzieren zu lassen und das exakt in dieser Reihenfolge, dabei spielt das Wie nur eine Untergeordnete Rolle.

    2035 sind es keine 50 Mio. PKW, eher 10 Mio, wobei die LKWs eher das Ausbautempo der Ladeinfrastruktur vorgeben. Diese Ladeparks brauchen ganz andere Anschlusswerte. Da sind es bei einem Autohof schon mal 5 MW für 5 Ladesäulen. Dann noch einige für PKW, und wir sind bei 10 kW. Das ist die Realität der näheren Zukunft, vermutlich 2030.

    Du hast Recht, es sind keine 50 Millionen (die Zahl war gerundet) EV 2035 das steht da auch so nicht.

    In Deutschland sind aktuell rund 52–53 Millionen Fahrzeuge zugelassen inkl. LKW.

    Davon sind unter 2 Millionen reine E-Autos – also klar unter 5 %.

    Und trotzdem wird schon heute über einen zu langsamen Ausbau der Ladeinfrastruktur geklagt.

    Das eigentliche Problem ist nicht das Auto, sondern die Energie:

    Deutschland verbraucht ca. 500 TWh Strom/Jahr.

    E-Mobilität würde zusätzlich 100–150 TWh brauchen, Wärmepumpen weitere 80–120 TWh. Das ist ein Mehrbedarf von 30–50 %.

    Mit dem aktuellen Ausbau von Erzeugung, Netzen und Speichern ist das nicht darstellbar. Deshalb geht man in Fachkreisen längst nicht mehr von einer 1:1-Elektrifizierung des heutigen Individualverkehrs aus.

    Der Verbrenner bleibt kurzfristig relevant, zumal das Verbot politisch wieder zur Disposition steht. Trotzdem wird offen über eine Reduzierung des Individualverkehrs gesprochen – weil die Energierechnung sonst nicht aufgeht.

    Wenn du möchtest, nenne ich dir gerne zu jeder Zahl die Quelle