Beiträge von Burkhard63

    2035 sind es keine 50 Mio. PKW, eher 10 Mio, wobei die LKWs eher das Ausbautempo der Ladeinfrastruktur vorgeben. Diese Ladeparks brauchen ganz andere Anschlusswerte. Da sind es bei einem Autohof schon mal 5 MW für 5 Ladesäulen. Dann noch einige für PKW, und wir sind bei 10 kW. Das ist die Realität der näheren Zukunft, vermutlich 2030.

    Du hast Recht, es sind keine 50 Millionen (die Zahl war gerundet) EV 2035 das steht da auch so nicht.

    In Deutschland sind aktuell rund 52–53 Millionen Fahrzeuge zugelassen inkl. LKW.

    Davon sind unter 2 Millionen reine E-Autos – also klar unter 5 %.

    Und trotzdem wird schon heute über einen zu langsamen Ausbau der Ladeinfrastruktur geklagt.

    Das eigentliche Problem ist nicht das Auto, sondern die Energie:

    Deutschland verbraucht ca. 500 TWh Strom/Jahr.

    E-Mobilität würde zusätzlich 100–150 TWh brauchen, Wärmepumpen weitere 80–120 TWh. Das ist ein Mehrbedarf von 30–50 %.

    Mit dem aktuellen Ausbau von Erzeugung, Netzen und Speichern ist das nicht darstellbar. Deshalb geht man in Fachkreisen längst nicht mehr von einer 1:1-Elektrifizierung des heutigen Individualverkehrs aus.

    Der Verbrenner bleibt kurzfristig relevant, zumal das Verbot politisch wieder zur Disposition steht. Trotzdem wird offen über eine Reduzierung des Individualverkehrs gesprochen – weil die Energierechnung sonst nicht aufgeht.

    Wenn du möchtest, nenne ich dir gerne zu jeder Zahl die Quelle

    https://www.fastnedcharging.co…_workiva-design-final.pdf


    Fastned hat 2024 den Strom im Durchschnitt für 61 Cent an den Endkunden verkauft und damit Geld verbrannt. Um auf +-0 zu kommen hätte der Strom für 80 Cent verkauft werden müssen.

    Ich hab mal Jupp die Analyse machen lassen:

    Ich habe mir die Zahlen aus dem Fastned-Jahresbericht 2024 und weitere Quellen angeschaut – das Gerücht „die hätten zu wenig verdient“ ist inhaltlich nicht falsch, aber nicht der ganze Kontext. Fakten, kurz und pragmatisch:

    1. Umsatzwachstum ist real – aber Nettoverlust bleibt hoch

    Fastned hat den Umsatz im Ladegeschäft 2024 auf ca. 86 Mio. € gesteigert (+43 % gegenüber 2023). fastnedcharging.com

    Trotzdem hat das Unternehmen einen Nettoverlust von etwa −26,6 Mio. € gemacht. fastnedcharging.com

    Das heißt: klar, zu wenig Gewinn, sie haben kein Netto-Gewinn-Ergebnis geliefert.

    2. Operativ läuft es besser – aber nur auf EBITDA-Ebene

    Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) war positiv (~+7,4 Mio. €) – zum zweiten Jahr in Folge. electrive.com

    Das zeigt: Geschäftsmodell kann funktionieren, aber es muss noch skaliert werden.

    3. Warum Nettoverlust?

    Weil Fastned massiv expansiv unterwegs ist:

    • Starkes Wachstum der Stationen (346 aktiv, viele in der Pipeline). electrive.com

    • Mehr Mitarbeiter, Investitionen, Betriebskosten und Netz-Aufbau treiben die Kosten. fastnedcharging.com

    Kurz: Umsatz wächst stark, aber die Kosten wachsen schneller als der Gewinn. Das ist typisch für wachstumsorientierte Infrastruktur-Startups.

    4. Halbjahres-Zahlen 2025 untermauern diesen Trend

    Auch im ersten Halbjahr 2025 stieg der Umsatz (+44 %), aber der Nettoverlust nahm zu (~−18,3 Mio. €), weil noch mehr investiert wurde. MobilityEnergy.com

    Fazit, realistisch und ohne Schönfärben:

    Ja, Fastned hat 2024 zu wenig verdient, um einen echten Gewinn auszuweisen. Operativ verbessert sich die Lage (positives EBITDA), aber unter dem Strich schreibt man weiterhin Verluste, weil das Unternehmen in extrem schnelles Wachstum pumpt statt Profit zu machen. Das ist nicht „schlecht“ per se, aber es heißt auch: noch kein nachhaltiger Profit in Sicht, nur Wachstum mit Verluste.






    Ja gewiss und zeigt denn, wie ungeeignet freilich der dazugehörige Verbrenner ist

    Das hängt vom Einsatzzweck ab,

    Es gibt genug Szenarien, in denen ein Verbrenner aktuell sinnvoller oder sogar notwendig ist. Wenn du 3,5 t Boot auf einem Trailer ziehen möchtest, wenn du regelmäßig Offroadstrecken fährst oder lange Strecken unter Last unterwegs bist, dann ist ein Verbrenner die realistischere Wahl.

    Reichweite, schnelle Betankung, Belastbarkeit und Infrastruktur sprechen hier klar dafür mit zunehmendem Alter habe ich einen Teil meiner Hobbys aufgegeben und benötigte nun ein Fahrzeug womit ich im Umkreis von 150-200Km agieren kann, deswegen der Elroq.

    Nicht der Verbrenner ist ungeeignet, sondern die Aussage der Verbrenner sei ungeeignet.

    Technik ist kein Glaubensbekenntnis, sondern eine Frage des Anwendungsfalls.

    Die Entscheidung ist 3 Jahre alt und wir haben nich 10 Jahre Zeit für den weiteren Ausbau der Netz- und Ladeinfrastruktur. Also Zeit genug.

    Der Zeitliche Faktor ist nicht die einzige Hürde. Es sind 50Millionen Fahrzeuge, insgesamt davon zur Zeit 1,8Millionen EV, mit Zunahme der Menge wir ja auch parallel weiter Ausgebaut. Meine persönliche Meinung dazu, neben den EV können auch weiter Verbrenner hergestellt werden, weil es Einsatzzwecke gibt wo es schwierig wird mit einem EV. ( =O sorry habe der Antwort von muensterlaender vorgegriffen )

    Ja, das ist tatsächlich sehr individuell und nicht immer nüchtern/pragmatisches Kosten-Nutzen-Verhältnis. Sondern auch Komfort und sonstiges emotionales mit einspielend ;)


    Dafür wäre halt ein kompakteres/leichteres/sparsameres Auto von Vorteil (gewesen). Dann geht das auch mit 6l/100 km.

    Bzw. für das Profil, wenn es z.B. bei 10-tkm/a bleibt. Kommt rein wirtschaftlich, das BEV auch kaum mit...!

    Es gehen auch deutlich mehr als 10L ;) egal wieviel KWh ich verknalle, es ist mit Sicherheit billiger als vorher. :)

    Das ist nicht ganz richtig. Er läd zwar immer bis 80%, aber aufgrund von Temperaturschwankungen kann sich der SoC danach noch ändern. Die Kapazität der Batterie ändert sich. Bei gleiche Lademenge ändert sich dadurch die relative Füllmenge, also der SoC - wie bei einem Tank den man auf 80% volltankt und danach schrumpft der Tank. Dann ist er 83% voll.

    Vermutlich wird sich die Spannung in den Zellen erhöhen, womit das BMS von einem höheren Ladestand ausgeht.

    Der Akku bekommt nach dem Laden keine zusätzlichen Prozent geschenkt. Er bleibt bei dem Energiegehalt, den du reingeladen hast.

    Was passiert:

    • Die Temperatur und die Zellspannung ändern sich nach dem Laden noch etwas.

    • Das BMS berechnet den Ladestand ständig neu und korrigiert die Anzeige im Punkto Reichweite

    • Anders wäre doch sehr unverständlich weil 80% nicht plötzlich 83 oder 77% vom ganzen sein können wegen einer Temperaturanpassung.

    Ich kann das nicht beurteilen, aber wenn ich sehe wie lange hier in Deutschland Flughäfen oder Hauptbahnhöfe brauchen bis sie fertig sind hast du wahrscheinlich Recht.

    Nur: Mit mehr Willen und Ehrgeiz von seiten der Bundesregierung und Landesregierungen ginge vieles deutlich schneller auf dem Gebiet der Energie- und Mobilitätswende. Aber was will man machen wenn die Gaslobby ihre Vertreter(in) in der Regierung sitzen hat :(

    Die aktuellen Bedingungen und die Gesetzeslage bremsen den Fortschritt massiv aus. Man muss sich nur den chaotischen Glasfaserausbau ansehen: Das Zeug wurde damals ohne großes Nachdenken in lächerlichen 20–40 cm Tiefe verlegt, Hauptsache schnell. Die Firmen, die das gemacht haben, hatten bei uns nicht ohne Grund den Spitznamen „Olek und Bolek“.

    Heute haben wir den Salat: Ein Spatenstich am Gehweg, und schon fängt der Ärger an. Wenn du im Dorf unterwegs bist, kommt der nächste Konflikt – mit den Bauern. Solange die Feldfrüchte stehen, wird nichts eingefräst. Verständlich, aber es verzögert eben alles weiter.

    Und jetzt kommt als Nächstes auch noch die zentrale Wärmeversorgung in die Ortschaften und Städte. Die haben nur den Straßenraum als Option. Das heißt: Wir können uns auf eine Menge Baustellen einstellen, die den Verkehr ordentlich behindern werden.

    X/

    Bei mir schwankt das teilweise bis zu 4 %. Wenn ich bis 80 % laden lasse, wurden nach dem Trennen der Ladeverbindung schon 83 % angezeigt, trenne ich bewusst bei 76 % das Ladekabel vom Auto, hat es mir danach schon exakt 80 % angezeigt. Das ist eine Eigenheit des BMS, das hat Matthias Speicher auch schon in einem Video thematisiert. Kein Grund für die Panikzone.

    Die Behauptung, dass das Ladevolumen schwankt, ist so schlicht falsch.

    Was schwankt, ist die prognostizierte Reichweite – und die hängt an Temperatur und Fahrprofil, nicht an der tatsächlichen Ladung.

    Wenn du 80 % als Limit einstellst, dann lädt das Auto auch auf 80 %. Punkt.

    Die Reichweite springt rauf und runter, weil die Zellen bei Kälte weniger nutzbare Energie liefern und bei Wärme mehr.

    Das ist reine Physik. Darum ändert sich die Anzeige – nicht der Ladezustand, der sollte bei 80% stehen wenn 80% geladen wurden.

    Beim Netzausbau sollten die Verantwortlichen endlich in die Hände spucken und loslegen. Der Bedarf ist ja nicht seit gestern bekannt.

    Ich bin in dem Bereich unterwegs, und man muss die Realität einfach aussprechen:

    Es fehlt an qualifizierten Leuten – und an Leuten, die den Job überhaupt machen wollen.

    Dazu kommen Lieferzeiten, die inzwischen völlig aus dem Ruder laufen. Auf Mittelspannungskabel wartest du je nach Typ mehrere Monate. Wenn irgendwo Kabel auftauchen, sind sie sofort weg – wie damals bei Nudeln und Klopapier. Dazu kommt der Wechsel von alten SF6-Schaltanlagen auf SF6-freie Systeme. Die Produktion läuft erst an, die Entwicklung ist nicht durch, und die Lieferzeiten haben sich von früher 2–3 Monaten auf heute 8–12 Monate geschoben.

    Und bevor jemand denkt, man könne das einfach „irgendwo hinstellen“: Diese Anlagen sind keine Abzweigdosen aus dem Baumarkt. Die Dinger müssen typgeprüft werden, brauchen passende Räumlichkeiten und sind größer als die alten Modelle.

    Das eigentliche Problem ist simpel: Wir wollen alles gleichzeitig – und das geht nicht.