VW schleppt den gleichen Rucksack mit sich herum wie hier im Ruhrgebiet die großen Kohle und Stahlunternehmen und einige große Chemieunternehmen.
Jahrzehntelange Kungelei zwischen lokaler Politik, Gewerkschaftsmonopolen und Postengeschacher in Vorständen und Aufsichtsräten.
Zitat: " Junge, wenn du nichts anderes kriegst bringe ich dich bei der Hütte unter, musst nur vorher in die richtige Gewerkschaft." Da wurde eben der Zehnte eingestellt, der den ganzen Tag am Besen lehnte.
So wurden massiv Personalüberhänge aufgebaut und man hielt sich für unkündbar.
Die Chemiebranche und der Montanbereich haben die schmerzhaften Anpassungen großteils schon hinter sich, das hat einige100.000 Jobs gekostet, ohne diese drastischen Maßnahmen wäre die Schwerindustrie aber schon längst vollständig verschwunden.
Daß es jetzt die Automobilhersteller trifft kann ja nun wirklich niemanden verwundern.
Über Jahrzehnte hielt man sich für den weltweiten Maßstab, konnte sich fast jede Fehlentscheidung leisten und glaubte sich unantastbar. Man schrieb die jährliche Absatzsteigerung in China einfach fort und ignorierte alle Zeichen an der Wand.
Jetzt ist die Lage da, die fetten Jahre sind vorbei, nun rächt sich jeder einzelne Fehler der letzten Jahrzehnte. Es gibt andere Spieler, die das Spiel nicht schlechter spielen, teilweise sogar besser.
Der aufgekommene Wettbewerb lässt sich nicht mehr mit Stammtischsprüchen beiseite schieben. Dazu kommt eine wankelmütige und oftmals inkompetente Politik, die es nicht schafft, zuverlässige Rahmenbedingungen herzustellen und einzuhalten.
Die Zeche zahlt, wie so oft, der kleine Mann, der sich kaum wehren kann. Ja, er hat von der Strukturen der Vergangenheit auch profitiert, keine Frage, aber er fällt lange nicht so weich wie die verantwortliche Führung.