Der eigentliche Sinn der Elektromobilität geht verloren
Wenn man sich anschaut, wie sich das Thema Elektromobilität entwickelt hat, wird eines immer deutlicher: Der ursprüngliche Gedanke – die Umwelt zu entlasten – ist längst verwässert. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass sich vor allem findige Investoren die Taschen füllen. Genau das zerstört die Akzeptanz.
E-Mobilität funktioniert nur, wenn die Menschen einen klaren Vorteil sehen. Sobald die Kosten ähnlich hoch oder sogar höher liegen als bei Verbrennern, ist der Zuspruch weg. Und dann ändert sich nichts – weder beim CO₂-Ausstoß noch in der Mobilität.
Die Politik bekommt es nicht hin, hier einzugreifen und Preisgrenzen zu setzen. Das macht die Situation unnötig kompliziert. Die Begründung, warum Strom an Schnellladesäulen so viel teurer sein muss, ist in der Praxis kaum nachvollziehbar. Technisch gibt es dafür keinen überzeugenden Grund. Eine Schnellladesäule kann in der gleichen Zeit deutlich mehr Energie verkaufen – teilweise sogar an zwei Fahrzeuge nacheinander – und dennoch ist der Preis fast doppelt so hoch wie an einer 22-kW-Säule.
Dazu kommt der Standortfaktor: Normale AC-Lader stehen oft auf kommunalem Grund, der kostenlos bereitgestellt wird. Schnelllader an Autobahnrastplätzen hingegen stehen auf Flächen der Autobahn GmbH des Bundes. Und genau hier stellt sich eine einfache Frage: Wie oft bezahlen wir eigentlich dieselbe Infrastruktur? Das Gelände wurde durch Steuern bereits finanziert – und über die Umlage werden wir ein zweites Mal zur Kasse gebeten.